UNI Post & Logistics - global union

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Präsident der UNI Post & Logistics - global union

5. Juni: Sozialer Dialog im Postsektor

Am 5.Juni fand in Brüssel die Plenartagung des sozialen Dialoges zwischen den Postarbeitgebern und UNI-Global Union für die 27 EU-Mitgliedsländer statt.

Für die Arbeitgeber nahm der europäische Postarbeitgeberverband POSTEUROP und seine angeschlossenen Mitgliedsunternehmen und für die Arbeitnehmerseite UNI Post und Logistics mit seinen angeschlossenen Mitgliedsorganisationen teil.


von links:
Neil Anderson, UNI Abteilungsleiter Post und Logistik
John Baldwin, stellvertretender Vorsitzender Sozialer Dialog von der CWU
Rolf Büttner, Präsident UNI Post und Logistik
Dominique Bailly, Vorsitzender Sozialer Dialog von La Poste

Dominique Bailly von LA POSTE wurde zum Vorsitzenden und John Baldwin von der CWU zum stellvertretenden Vorsitzenden des sozialen Dialoges gewählt.

Das Plenum nahm eine Präsentation über die 3. EU-Postdienstrichtlinie durch die EU-Kommission, GD Binnenmarkt entgegen.

In seinem Diskussionsbeitrag bekannte Rolf Büttner, dass es nicht gelungen ist einen Gleichklang in der Regulierungspolitik zu beschließen. Die Spielräume, die sich durch unterschiedliche nationale Regulierungspraktiken ergeben, werden zu Wettbewerbsverzerrungen führen und Auswirkungen auf die Arbeitsplätze haben. Weitere Begleitstudien sind notwendig. Auch das Ziel der EU-Kommission mit der Postmarktliberalisierung mehr Beschäftigung zu erreichen, ist grandios fehlgeschlagen. Aus den Unterlagen der EU-Kommision geht hervor, dass seit 1996 die Beschäftigung zurückgegangen ist. Teilzeitarbeitsverhältnisse, Outsourcing haben zugenommen. Aus sicheren Arbeitsplätzen werden zunehmend unsichere, schlechte Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnsektor. Rolf Büttner forderte weitere Studien, die bisherigen Ausarbeitungen seien interessengeleitet und nicht repräsentativ.

Neil Anderson kritisierte in seinem Diskussionsbeitrag, dass die EU-Kommission einseitig den Wettbewerb vor soziale Fragen stellt. Und dies obwohl ohne die Sozialklausel die 3. Postdienstrichtlinie im EU-Parlament gescheitert wäre. Er forderte die EU-Kommission auf die deutsche UNI-Mitgliederorganisaton zu unterstützen, den gesetzlichen Postmindestlohn in Deutschland durchzusetzen und sich nicht auf die Seite der Gegner dieser sozialen Schutzregelung zu stellen.

Das Plenum nahm den Bericht der "Dublin Foundation" zur Kenntnis, in dem u. a. festgestellt wird, dass POSTEUROP und UNI die repräsentativen Sozialpartner im europäischen Postsektor sind.

Das Plenum des Sozialen Dialoges nahm einen Vortrag von Dominique Bailly und John Baldwin über die Aktivitäten des Sozialen Dialoges von 2006 bis 2008 zur Kenntnis.

Die Arbeitsgruppe "Postal Sector Evolution" stellte ihr Vorhaben vor. Mit mehreren Veranstaltungen und einer Studie soll die Entwicklung des Postsektors sozial beobachtet werden. Das Plenum stimmte dem Vorhaben zu.

Die Arbeitsgruppe "Training" stellte ihre Arbeitsergebnisse vor. Ausgehend von der gemeinsamen Erklärung POSTEUROP/UNI aus dem Jahr 2006 wurden 3 Workshops durchgeführt. An einem Schlussbericht wird noch gearbeitet. Als Arbeitsprogramm für die Zukunft soll an einem Konzept gearbeitet werden, wie die Konferenzergebnisse umgesetzt und Informationen an die Arbeitnehmer verbessert werden können.

Die Arbeitsgruppe "Accident Prevention" stellt fest, dass im Bereich Unfallverhütung der soziale Dialog gut funktioniert. Folgende Ziele werden für die Zukunft angestrebt:
  • Kommunikationskanäle zwischen den Experten für Arbeitsplatzsicherheit in den Unternehmen soll verbessert werden
  • Entwicklung und Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung zwischen POSTEUROP und UNI zur Unfallverhütung
  • danach weitere Aktivitäten
Verabredet wurde ein technisches Seminar zur Unfallverhütung am 15. Sept. 2008 durchzuführen. Die Unternehmen und Gewerkschaften wurden angeschrieben, um bis zum 1. August 2008 weitere inhaltliche Vorschläge für das Seminar zu unterbreiten.

Die Arbeitsgruppe "Corporate Social Responsiblity" berichtete über einen erfolgreichen CSR-Tag. Die Ergebnisse der Tagung sollen ausgewertet und an Schwerpunktthemen weitergearbeitet werden.



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